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13.11.08

EZB-Präsident Trichet lobt Professionalität der BCL

Stark sprach sich für eine bessere Kontrolle und mehr Transparenz aus. Er warnte jedoch davor, nicht von einem Extrem ins andere zu verfallen und durch Überregulierung die Finanzbranche zu strangulieren. Dem Luxemburger Premierminister Jean-Claude Juncker, der auch Vorsitzender der Eurogruppe ist, sagte das EZB-Direktionsmitglied: „Egal was Zentralbanken oder Regierungen unternehmen, es darf nicht die Basis für neue Krisen gelegt werden.“

Der stellvertretende Gouverneur der japanischen Notenbank, Akinari Horii, erinnerte daran, dass die Hauptaufgabe einer Zentralbank in der Bekämpfung der Inflation liege. Zur Krise meinte er, dass sowohl Analysten als auch politische Entscheidungsträger Fehler gemacht hätten, weil sie Prognosen glaubten, die auf der Annahme beruhten, dass nichts Außergewöhnliches geschehen werde. Donald Kohn, der Vizepräsident der amerikanischen Notenbank Fed, sagte, dass sich die Welt in einer schwierigen Zeit befände, die nicht nur die Finanzmärkte weltweit verändern wird, sondern auch Einfluss auf die Volkswirtschaften habe. Die Liquiditätshilfen der Notenbanken für die privaten Geldhäuser seien eine Nothilfe, die wieder abgeschafft werden müsse, wenn sich die Märkte stabilisiert hätten.

Nach der Lecture Pierre Werner, die die BCL 2003 aus Anlass ihres fünften Geburtstags erstmals ausrichtete, lobte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, in einem Grußwort die Professionalität der Luxemburger Zentralbank, die sie in ihrer kurzen Geschichte entwickelt hat. Die zentrale Rolle der BCL als Kompetenzzentrum für den Einkauf von Waren- und Dienstleistungen in der Eurozone sei ein gutes Beispiel für die kollegiale Zusammenarbeit der einzelnen nationalen Notenbanken im Eurosystem. Premierminister Juncker erinnerte an die Entstehungsgeschichte der BCL und lobte die Arbeit, die Luxemburgs Zentralbankpräsident Yves Mersch in den vergangenen zehn Jahren geleistet habe. Die Institution habe schnell ihre Platz in Luxemburg gefunden. Sie werde allseits verstanden, aber nicht immer gehört, sagte Juncker, der trotz aller Meinungsunterschiede die wichtige Aufgabe der BCL unterstrich.

Yves Mersch ließ es sich nicht nehmen, in seiner Rede auf noch immer nicht abschließende Probleme aufmerksam zu machen. Er sprach von der Unterkapitalisierung der Bank in turbulenten Zeiten sowie von den Einschränkungen im Hinblick auf die Aufgabe der BCL zur Absicherung der Finanzstabilität. Seine Worte „Lang lebe die BCL. Lang lebe der Euro“ wurden von viel Applaus begleitet. Wir kommen in unserer morgigen Ausgabe noch einmal auf die Feierlichkeiten der BCL zurück.

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