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Finanzkrise trifft UniCredit und HVB
Die italienische Großbank UniCredit und ihre Tochter HypoVereinsbank haben im dritten Quartal die Folgen der internationalen Finanzkrise deutlich zu spüren bekommen.
Der Gewinn des Mutterkonzerns brach wegen neuer Milliardenbelastungen um gut die Hälfte ein, die deutsche Tochter wies einen Verlust aus. Im Vergleich zu anderen Kreditinstituten, die zum Teil horrende Verluste eingefahren hatten, hielten sich die Auswirkungen der Krise aber in Grenzen.
Die UniCredit-Aktie zählte am Mittwoch daher auch zu den stärksten Werten im europäischen Leitindex EuroSTOXX 50. Zeitweise notierte die Aktie 4,3 Prozent im Plus bei 1,94 Euro. Zur weiteren Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten wollten sich weder Mutter noch Tochter äußern.
"Im dritten Quartal haben wir eine eklatante Verschärfung der Finanzkrise gesehen", sagte HVB-Chef Wolfgang Sprißler am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz. Eine Prognose für 2008 wagte er nicht. "Ich glaube, es wäre unseriös, in diesen unsicheren Zeiten mit Prognosen zu hantieren." Der Oktober jedenfalls sei ebenfalls schwierig gewesen. "Wir fahren auf Sicht und warten ab, was am Ende des Jahres herauskommen wird."
UniCredit und die HVB profitierten unter anderem auch von den jüngst gelockerten Bilanzierungsregeln, die der Bank weitere hohe Abschreibungen ersparte. Seit Mitte Oktober dürfen die Banken in der EU bestimmte Wertpapiere, für die es aktuell keinen Markt gibt, vom Handelsbuch in den Anlagenbestand umbuchen. Damit müssen sie diese nicht mehr zum aktuellen Marktpreis bewerten - dies hat in Zeiten der Finanzkrise regelmäßig zu hohen Abschreibungen geführt.
Dennoch sank der Gewinn der UniCredit im dritten Quartal unter dem Strich um 54 Prozent auf 551 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn brach um knapp 47 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro ein. Die operativen Erträge der UniCredit-Gruppe gaben leicht um 1,5 Prozent auf 6,75 Milliarden Euro nach. Die Ergebnisse seien von den "dramatischen Bedingungen auf den Finanzmärkten beeinflusst", hieß es. Die Gruppe habe dabei aber von ihrer breiten Aufstellung profitiert. Um sich wetterfest zu machen, hatte UniCredit bereits im Oktober angekündigt, neue Aktien in Form einer Wandelanleihe ausgeben zu wollen und die Bar-Dividende für 2008 zu streichen. Über die Kapitalerhöhung will die Bank drei Milliarden Euro einnehmen.
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