Luxembourg Steuern

Besteuerung von Kapitalgesellschaften

Ertragssteuerarten

  • Körperschaftssteuer bei Steuersatz von 21%
  • Zuschlag für Arbeitslosenfonds auf Körperschaftssteuer: 7%
  • Gewerbesteuer: 6,75%

    damit Gesamtsteuersatz 29,22%

  • Kapitalertragssteuern
    • Dividendenausschüttung: 15%
    • Zahlungen von Lizenzgebühren: 0%
    • Zinszahlungen: 0% (mit Ausnahmen)
    • Zahlung von Liquidationserlösen oder Teilliquidationserlösen: 0%

Andere Steuerarten (nicht abschließend)

  • Gesellschaftssteuer von 1% auf Eigenkapitaleinlagen
  • Vermögenssteuer von 0,5% auf Nettovermögen
  • Mehrwertsteuer 15%
  • Keine "Controlled Foreign Company" Gesetzgebung
  • Keine speziellen Vorschriften über Dokumentation von Verrechnungspreisen

Besteuerungsgrundlage für Ertragssteuern

  • Prinzip der Besteuerung des weltweiten Einkommens, d. h. alle Einkunftsarten fließen im Prinzip in die Besteuerungsgrundlage für Kapitalgesellschaften ein
  • Besteuerungsgrundlage für Körperschaftssteuer ist im Prinzip auch Besteuerungsgrundlage für Gewerbesteuer, mit Ausnahme von bestimmten Hinzurechnungen und Kürzungen
  • Prinzip der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für Steuerbilanz
  • Fremdfinanzierungsratio 85:15

Befreiung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen, u. a. wenn:

  • Mindestbeteiligung: 10% oder Anschaffungspreis von 1,2 Mio € bei Dividenden, 6 Mio € bei Veräußerungsgewinnen und
  • Mindesthaltedauer: 12 Monate; bei Dividenden genügt es, wenn die Beteiligung 12 Monate nach Dividendenausschüttung gehalten wird
  • die Beteiligung eine voll steuerpflichtige Luxembourger Kapitalgesellschaft oder EU Kapitalgesellschaft und in der EG Mutter-Tochterrichtlinie aufgeführt ist
  • Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit steuerbefreiten Einkünften entstehen, werden nicht zum Abzug zugelassen
  • Veräußerungsgewinne werden nur insoweit freigestellt, als sie steuerlich zuvor geltend gemachte und in wirtschaftlichem Zusammenhang stehende Aufwendungen oder Abschreibungen überschreiten

Befreiung von Kapitalertragsteuer für Dividenden, u. a. wenn:

  • Mindestbeteiligung: 10% oder Anschaffungspreis von 1,2 Mio € bei Dividenden, und
  • Mindesthaltedauer: 12 Monate, es genügt, wenn die Beteiligung 12 Monate nach Dividendenausschüttung gehalten wird
  • Muttergesellschaft ist eine Luxembourger voll steuerpflichtige Kapitalgesellschaft oder EU-Kapitalgesellschaft und ist in der EG-Mutter-Tochterrichtlinie aufgeführt

Vermeidung von Doppelbesteuerung:

  • Doppelbesteuerung wird im Prinzip durch Anrechnung von ausländischen Quellensteuern vermieden, auch wenn kein Doppelbesteuerungsabkommen vorhanden ist
  • Umsetzung der Mutter-Tochterrichtlinie: Befreiung anstatt Steueranrechnung
  • über 50 Doppelbesteuerungsabkommen sind in Kraft:
    • Grundsätzlich OECD-Musterabkommen konform
    • Grundsätzlich sieht Methodenartikel in Luxembourg DBAs Vermeidung von Doppelbesteuerung durch Befreiung vor

Besteuerung von Fonds

  • Investmentfonds sind von Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Vermögenssteuer befreit
  • Keine Befreiung von Kapitalertragssteuer auf erhaltene Dividendenausschüttungen von inländischen Gesellschaften

Dies gilt für alle Fondsarten, d. h. SICAV, SICAF und FCP, unabhängig davon ob OGAW (Teil I des Gesetzes von 2002), Nicht-OGAW (Teil II) oder Spezialfonds für institutionelle und qualifizierte Anleger und unabhängig vom Anlageportfolio des Fonds

  • "Taxe d'abonnement" von 1-5 Basispunkten wird vierteljährlich auf den Nettoinventarwert des Investmentfonds erhoben
  • Die Registrierungssteuer wird einmalig beim Auflegen des Fonds erhoben und ist auf 75 € beschränkt.
  • Dividendenausschüttungen und Gewinne aus Rücknahmen durch Investmentfonds unterliegen keiner Kapitalertragssteuer, es sei denn Richtlinie EG/2003/48 ("Zinsrichtlinie") findet Anwendung
  • Unter Umständen sind Gewinne aus Veräußerungen von Anteilen an SICAV/Fs steuerpflichtig
  • Vielzahl Luxembourger DBAs schließt die Anwendung auf Investmentfonds aus
  • Ausnahmen sind u. a. Deutschland, China, Spanien

Besteuerung von SICAR

  • Grundsätzlich normal steuerpflichtige Gesellschaft
  • Unterliegt Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer
  • Unterliegt einmaliger Registrierungssteuer von 75 €
  • Befreit von Vermögenssteuer und Kapitalertragssteuer
  • Einkünfte aus Wertpapieren sind steuerbefreit ("valeur mobilière")
  • Aus Luxembourger Sicht DBA-berechtigt

Besteuerung von Verbriefungsgesellschaften

  • Grundsätzlich normal steuerpflichtige Gesellschaft
  • Unterliegt Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer
  • Unterliegt einmaliger Registrierungssteuer von 75 €
  • Befreit von Vermögenssteuer und Kapitalertragssteuer
  • Verpflichtungen gegenüber Investor abzugsfähig
  • Aus Luxembourger Sicht DBA-berechtigt

Besteuerung von Privater Vermögensverwaltungsgesellschaft SPF

  • Registrierungssteuer von 75 € bei Gründung bzw. Änderung der Satzung
  • Taxe d'Abonnement 0,25% jährlich auf das eingezahlte Kapital zuzüglich Emissionsprämien
  • Keine DBA-Berechtigung
  • Keine Umsatzsteuerregistrierung
  • Komplette Befreiung von Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Vermögenssteuer
  • Keine Quellensteuer auf Zinszahlungen (Einschränkung bei natürlichen Personen)
  • Keine Quellensteuer auf Dividendenzahlungen (Nicht-Residente)
  • Keine Besteuerung von Kapitalgewinnen bei Verkauf von SPF-Anteilen (Nicht-Residente)
  • Keine Besteuerung von Liquidationserlösen der SPF (Nicht-Residente)

Besteuerung von Spezialfonds SIF

  • Der Spezialfonds begründet in Luxembourg grundsätzlich keine Ertragssteuerpflicht
  • Grundsätzlich fällt der Spezialfonds nicht in den Anwendungsbereich der EU-Zinsrichtlinie
  • Taxe d'Abonnement beträgt jährlich 0,01%. Bemessungsgrundlage der Taxe d'Abonnement ist das gesamte Nettovermögen des Spezialfonds
  • Die Gesellschaft unterliegt einer einmaligen Registrierungssteuer von 75 €, die bei Gründung zu entrichten ist

Besteuerung von Soparfi

  • Unter bestimmten Bedingungen steuerfreie Erträge aus Dividenden-, Veräußerungs- oder Liquidationsgewinnen einer Tochtergesellschaft
  • Unter bestimmten Bedingungen Befreiung von der Quellensteuer auf von der Soparfi ausgeschüttete Dividenden
  • Keine Quellensteuer auf Zinszahlungen
  • Keine Quellensteuer auf Auskehrung des Liquidationserlöses bei Liquidierung einer Soparfi
  • DBA-Berechtigung
  • Umsatzsteuerregistrierung

Besteuerung von Immobiliengesellschaften

  • Grundsätzlich normal steuerpflichtige Gesellschaft
  • Unter bestimmten Bedingungen steuerfreie Erträge aus Immobilienverwaltung und steuerfreie Gewinne aus Immobilienverkauf

Besteuerung von E-Commerce-Gesellschaft

  • Grundsätzlich normal steuerpflichtige Gesellschaft
  • Für Lieferungen / Leistungen an EU-Länder gilt der günstige luxemburgische MWSt-Satz von 15%

Besteuerung von EWIF

  • keine Besteuerung

Besteuerung von IP-Gesellschaften (Besteuerung von Einkommen aus der Verwertung von Copyright, Software, Urheberrechten, Patenten, Modellen, Muster, Marken, Domainnamen, Markenzeichen für Dienstleistungen und Waren), IP-Box

  • privilegierter Steuersatz von 5,84%

Öffentliche Unternehmens- und Investitionsbeihilfen:

Auf die im Laufe des Wirtschaftsjahres vorgenommenen zusätzlichen Investitionen wird eine Steuergutschrift von 10% gewährt.

Gewinne aus neuen Geschäftsbereichen, Fertigungsprozessen und Hochtechnologiediensten erhalten einen Freibetrag in Höhe von 25% während eines Zeitraums von bis zu 8 Jahren sowohl bei der Körperschaftssteuer als auch der Gewerbesteuer.

Steuerlich in Luxemburg ansässige Unternehmen (Besitzer von Zertifikaten für audiovisuelle Produktion) erhalten eine Gutschrift von bis zu 30% ihres steuerpflichtigen Einkommens.

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten eine Förderung von bis zu 10% der im Rahmen einer Investition oder Reorganisation angefallenen Kosten.

Der Staat vergibt Venture-Capital-Investmentzertifikate, die eine Gutschrift von bis zu 30% der Gewinne förderungsberechtigter Neugründungen, neuer Fertigungsstätten oder Technologien gewähren, falls diese für die Entwicklung der Luxemburger Volkswirtschaft förderlich sind.

Investitionen und Reorganisationen in bestimmten Regionen Luxemburgs werden mit bis zu 25% der Kosten gefördert.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte erhalten eine Förderung in Höhe von bis zu 100% der Kosten.

Investitionen in den Bereichen Umweltschutz und Energiesparen werden mit bis zu 25% der Kosten gefördert.

Der Staat gewährt zinsvergünstigte Kredite zur Finanzierung von Warenexporten und erteilt Kreditbürgschaften zur Absicherung von Exportrisiken.

Besteuerung von natürlichen Personen

In Luxembourg ist der Spitzeneinkommensteuersatz für natürlichen Personen maximal 43.6%.
Die Vermögenssteuer ist für natürliche Personen seit 2006 abgeschafft.

Erbschaftssteuern werden prinzipiell nur beim Tod eines Einwohners des Großherzogtums Luxemburg fällig (2% bis 48%).

Eine Erbanfallssteuer wird erhoben, wenn der Verstorbene kein Einwohner Luxemburgs war aber Eigentümer von Immobilien, die sich zum Todestag in Luxemburg befanden (2% bis 5% je nach Verwandtschaftsgrad).

Gebietsansässige zahlen 10% Quellensteuer auf Kapitalerträge.

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LUXEMBOURG NEWS

Mehrwertsteuerbefreiung von Risikomanagement-Dienstleistungen

Am 7. November 2013 veröffentlichte die Luxembourger Steuerbehörde ein Rundschreiben betreffend den Umfang der Mehrwertsteuerbefreiung für die Verwaltung von Investmentfonds.